Renaturierung Georgenfelder Hochmoor

Die geplante Renaturierungsmaßnahme Georgenfelder Hochmoor liegt im Osterzgebirge, im Freistaat Sachsen. Das Moor grenzt im Süden direkt an die tschechische Republik an bzw. der alte Grenzgraben, der seit dem 16. Jahrhundert vorhanden ist, teilt einen deutschen und einen tschechischen Teil des Moores voneinander ab. Vor etwa 15 Jahren wurde ein Teil des Grenzgrabens angestaut.

Ziel der Renaturierung ist:

  • Die Minimierung der vorhandenen Entwässerungseinrichtungen. Übergeordnetes Ziel ist die Wiederherstellung des natürlichen Moorwasserspiegels in Regen- und Übergangsmoorbereichen, bzw. die Erhöhung des Grundwasserspiegels in Niedermoorflächen als elementare Standort- und Funktionsvoraussetzung für alle Moorgebiete.
  • Die Förderung, Erhaltung und Entwicklung naturnaher Vegetationen von offenen Moorflächen mit (ggf. locker bestockten) Torfmoosrasen und / oder niedrigen Latschen- bzw. lichten Spirkenbeständen (über flächigen Torfmoosrasen) im zentralen Regenmoor oder vergleichbaren Sekundärstandorten (z.B. in nassen Torfstichen).
  • Die Förderung, Erhaltung und Entwicklung naturnaher Vegetation nasser Moorrand - Gesellschaften mit Röhrichten, Seggenriedern oder strukturreichen Moorwäldern mit standörtlich differenzierter Artengarnitur und ihrer daran angepassten Tierwelt.
  • Auf der Geländeoberfläche soll durch die Vernässungsmaßnahmen über vorentwässerten Torfen der erneute Aufwuchs von torfbildender Vegetation (aus Torfmoosen, mit Seggen und Braunmoosen als "Ammenpflanzen") gefördert werden (dh. Neubildung eines Akrotelms mit Wasserrückhalte-, CO2- und N-Speicherfunktion). Dichter standortfremder Gehölzaufwuchs sollte entnommen oder deutlich aufgelockert werden (z.B. dichter Fichtenaltersklassenwald).  Neben der Minimierung der Pumpwirkung geschlossener hochwüchsiger Waldgesellschaften steht hier auch die Verdämmung durch Nadelstreu bzw. die Beschattung einem erneuten Torfmooswachstum entgegen.
  • Renaturierte Moore können sich durch die Aktrotel - Neubildung auf die Dauer wieder zu klimaneutralen Standorten entwickeln (wie es für natürliche Moore gilt); eine leichte Senkenfunktion für Regenmoore ist sogar anzunehmen (neuste Untersuchungen ergaben sogar bis zu 12t/ha/a CO2-Aufnahme; mdl. DRÖSLER Okt. 2011, Fachtagung Heidehofstiftung Moor-Monitoring Mooseurach, Königsdorf, 14.11.2011). Die Emissionen von Methan bei flächigem Überstau kann dabei durch sinnvoll und flächenscharf angepasste Maßnahmensituierung minimiert werden.
  • Eine mögliche Anreicherung von Huminstoffen und gelöstem Kohlenstoff in das Vorflutsystem der Trinkwasserversorgung Altenberg durch die Moor - Wiedervernässung wird kontrovers diskutiert und kann hier nicht abschließend gewürdigt werden.

Quelle: Dipl. Ing. Cornelia Siuda, November 2011

Plan Anstaumaßnahmen

Referenzbilder

 

Video zum Bauvorhaben